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Malteser Speyer

Malteser: Ökumenischer Gottesdienst für Menschen mit Demenz

05.05.2017
Eine besondere Atmosphäre entstand auch dieses Mal beim ökumenischen Gottesdienst für demenziell veränderte Menschen und ihre Angehörigen.
Eine besondere Atmosphäre entstand auch dieses Mal beim ökumenischen Gottesdienst für demenziell veränderte Menschen und ihre Angehörigen.

Speyer. Die Malteser Mitarbeiter des Entlastungsdienstes für pflegende Angehörige haben erneut einen ökumenischen Gottesdienst gestaltet, der speziell auf die Bedürfnisse von demenziell veränderten Menschen ausgerichtet ist. Diakon Paul Nowicki und Pfarrerin Daniela Körber hießen die Besucher in der Kirche St. Hedwig in Speyer willkommen und bezogen sie in ihre Ansprache mit dem Thema Maria und Martha mit ein: zum Rollen- und Selbstverständnis jedes einzelnen und zur Bewertung dessen, was gerade in einer Situation wichtig ist.

Zur Veranschaulichung hatten die beiden einige Utensilien und zwei Eglifiguren mitgebracht. Es ging um die Bibelgeschichte, in der Jesus in das Haus von Maria und Marta eingeladen wird und dort mit den Jüngern einkehrt. Martha bemüht sich, alles gut vorzubereiten und zu erledigen, während ihre Schwester Maria zu Jesus Füßen sitzt und seinen Worten lauscht. Als sich Martha bei Jesus darüber beschwert und sich Hilfe erhofft, durchbricht er seine ihm angetragene Rolle und sagt zu ihr: „Martha, Martha, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Maria hat das Bessere erwählt.“

Die Besucher wurden gefragt, ob sie sich wiedererkennen, ob sie früher und auch heute eine Rolle innehatten und haben, die sie ausfüllen. Wie es ihnen dabei ging, ob sie manchmal gerne lieber etwas anderes getan hätten. Er hielt als Symbol dazu eine Schürze mit Kochlöffel hoch, legte beides zu den Figuren in der Mitte. Einige ältere Damen nickten, „auch heute richte ich immer noch alles her, wenn Besuch kommt.“ Jedoch ist es auch wichtig, Zeit zu haben, um zuzuhören, um wichtige Dinge zu erfahren; um zu lernen. „Es ist nicht das eine gut und das andere weniger“, sagte Nowicki. „Manchmal sollte man sich nur überlegen, was gerade dran ist, was im Moment wichtiger ist, und möglicherweise auch dann seine Rolle durchbrechen.“

Die Bitte darum, zu erkennen, wann es Zeit ist, zu handeln oder auszuruhen, nahm Robert Austerschmidt, Referent für Malteser Pastoral, in den Fürbitten auf. Ebenso die Bitte um Erkenntnis, wann es Zeit ist, Gott ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und dabei den Nächsten nicht zu vergessen. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von einem Organisten. Nach dem Gottesdienst waren die Besucher eingeladen, gemeinsam Mittag zu essen und bis 15.30 Uhr gemeinsam Zeit zu verbringen.

„Es war wieder eine sehr schöne Veranstaltung“, resümierte Bianca Knerr-Müller, Seniorenberaterin bei den Maltesern und Organisatorin des Gottesdienstes. „Es ist immer schön zu sehen, wie es die demenziell veränderten Menschen berührt – aber auch deren Angehörige fühlen sich angesprochen. Man spürt eine spezielle und schöne Atmosphäre.“

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